Tag 26 – Innenweger anfertigen (14 Std) 2


Tag 26 ist hier etwas falsch formuliert weil ich diese Arbeiten über fast 2 Wochen hinweg mal hier eine halbe Stunde, mal dort zwei Stunden erledigt habe. Angenehm ist, dies nicht in der kalten Garage machen zu müssen, weil die Innenweger durch das Kellerschachtfenster in meine Holzwerkstatt befördert werden konnten. Hier habe ich alle Werkzeuge die für diese Arbeiten von Nöten sind griffbereit.

Die Leisten habe ich mit der Handkreissäge mit Aufmaß aus dem rohen Mahagonibrett gesägt. Das Endmaß beträgt 18 x 22 x 5400mm. Da das Brett zu kurz war müssen die Leisten geschäftet werden, aber dazu später mehr.

Nach dem Sägen habe ich sie in die Holzwerkstatt geschafft und zum Endmaß auf der Dicktenhobelmnaschine gehobelt. Anschlissend konnte ich die Schäftungsflächen mit einer Japansäge sägen und mit einem kleinen Hobel die Flächen sauber putzen um sie anschliessend mit Expoxidkleber zu verkleben.Die Endbereiche habe ich auf ca. 85cm konisch angeschrägt, beim Steven auf 11mm Dicke.

Auf die fertigen Leisten können nun die Aussparungen, die ich zuvor mit Computer berechnet und gestaltet habe, aufgezeichnet werden. Die Aussparungen sollten so berechnet werden, dass bei den Sitzen und Duchten genügend massives Holz stehen bleibt und dass sie möglichst gleiche Abstände aufweisen. Ich habe sie zusätzlich zu den Steven hin kontinuierlich schmäler werden lassen. Es war schon eine ziemliche Herumprobiererei und Rechnerei, bis es für mich stimmig aussah. Der Vorteil ist, einmal auf die Leisten übertragen passt es dann auf Anhieb.

Für die Rundungen der Aussparungen habe ich mit ein Spannfutter gefertigt mit 2 Exzenter-Klemmen aus Buche und einem Körper aus Hartholzleisten und einer 3-Schichtplatte. Der Aufbau ist auf den Fotos ja zu sehen. Mit dieser Vorrichtung können alle Aussparungen an den beiden Leisten akkurat gebohrt werden. Dazu verwende ich einen 20mm Forstnerbohrer guter Qualität. Das ergibt runde Ecken mit einem Radius von 10mm. Ich habe ein Probestück mit verschiedenen Radien gebohrt um den für mich optisch ansprechendsten herauszufinden.

Technische Zeichnung – Pläne von der Innenweger

Nach dem Ausbohrenwerden die zwischenräume mit einem scharfen Stecheisen ausgeschnitten, um anschliessend mit einer gedrechselten „Feile“ mit aufgeklebtem Schleifpapier die Aussparungen sauber zu finishen. Das fertige Produkt kann sich sehen lassen, der Arbeitsaufwand ist aber immens.

Hier die Fotos:


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2 Gedanken zu “Tag 26 – Innenweger anfertigen (14 Std)

  • C.Peter Ullmann

    Es ist gut und bequem einen Kanubauer im Net zu finden, der einen Arbeitsgang weiter ist, als man selbst!

    Hier noch einige Bemerkungen zur Innenbeschichtung, vor der ich zu recht sehr großen Respekt hatte. ( Ausführung eine Person )

    Das Einlegen der Glasfasermatte mit zwei Personen ist relativ einfach; zu beachten ist, dass genügend “ Lose “ ca. 2-3 cm mit eingeplant wird. Beim Abziehen des Harzes mit dem Spachtel wird durch den Druck auf die Matte eine Spannung auf der gegenüber liegenden Seite erzeugt und dort besteht die Gefahr, dass sich die Matte vom Holz wieder ablöst. Hohlräume und Blasen können die Folge sein – also Dinge, die man nur unter weiterer zeitlichen Anspannung beheben kann.
    Nach dem die Matte eingepaßt und mit einem breiten Pinsel im Boden-und Kimmbereich geglättet, wurden die Bordwandseiten faltenfrei gelegt und vom Decksrand aus, je Seite ca. 2 cm lose Matte zugegeben.
    Es kann nicht genügend betont werden, dass das Abspachteln des Harzes aus der Matte mit besonderer Sorgfalt auszuführen ist. Eher mehr Material ausspachteln als zu wenig. So werden Blasen und Hohlräume vermieden. Die Mattenstruktur muss bei der ersten Lage deutlich erkennbar sein – und bleiben.
    Zu viel Harz läßt die Matte aufschwimmen mit der Folge – Blasenbildung, Ablösungen, schlechter Verbund zum Holz.

    Noch ein Hinweis: Die Matte besitzt eine Imprägnierung, die durch das Schaben mit dem Spachtel in das Harz gelangt und so das Harz milchig verfärbt. Sofort aufhören und mit einer neuen Harzmischung
    fortfahren, milchige Harzreste sofort entfernen.

    Ich habe bereits 2 Lagen Harz aufgetragen und werde wohl noch zwei weitere Schichten aufbringen.
    Es ist zu überlegen, ob im Bereich Boden bis Wasserlinie eine weitere Mattenschicht ( 110 gr. Köper ) zur Verstärkung eingearbeitet werden soll. Am Außenrumpf wurde dies bereits ausgeführt – die Randzone besonders geschliffen – die zweite Matte ist ebenso unsichtbar.

    Die Innenweger habe ich heute mit einem Maßband – ohne Computer –
    ausgemessen. Die abgewickelte Länge der Innenwand – Steven zu Steven festgestellt – die Mitte für die Spreize angezeichnet und von dieser Mitte aus, jeweils im Abstand 5 cm – 10 cm Leisten -kehle, meine Markierungen gemacht. Es ist unerheblich, ob die Bugverjüngung bei 75 cm oder 85 cm Abstand zum Steven ausgeführt wird.( Maßrichtung von der Mitte nach außen – jeweils zum Steven)
    Zu bedenken ist jedoch, daß das Kanu ohne montierte Mittelspreize
    ca. 8 cm breiter ist, als nach Plan – und bei Montage der Mittelspreize sich das abgewickelte Wegermaß um ca. 1 cm verkürzt.

    Die Sitze hatte ich ( leider ) bereits im Juli gefertigt – nach meinen Wunschmaßen – größer als üblich – ohne die Wegerauskehlungen – zwar gedanklich – aber praktisch nicht ersthaft in Betracht gezogen – aber die Maße 10 cm Auskehlung –
    5 cm ohne Auskehlung – vor und nach jeder Sitzstrebe 5 cm frei- sind eine akzeptable Wahl und ein schiffiges Maß.

    Das Ausklinken der Innenweger mit einem Forstnerbohrer hatte ich auch schon in Betracht gezogen – suchte aber immer noch nach einer einfachen, alternativen Lösung – wie E-Hobel – Bohrmaschinen – fäser – E-Raspel, Dremelfräser, Stichsäge – oder einfach die Leisten zu einem Tischler bringen, der die entsprechende Maschinen-ausstattung hat – was sicher nicht dumm ist, zumal ich bei Vorver-suchen mit diesen Geräten, mir fast den halben Zeigefinger abgeraspelt hatte.

    Werde wohl auch zu der Forsterbohrer- Lösung tendieren zumal ich beide Weger dann mit Schraubzwingen zusammen fixieren kann – und in der Naht eine natürliche Linie für die Zentrierspitze habe,
    so beide Leistenseiten in einem Arbeitsgang bearbeiten – auskehlen kann.
    Das in den Bildern gezeigte Ergebnis ist überzeugend.

    Gruß Peter

    • BNE

      Hallo Peter, danke für Deine Nachricht, sehr informativ finde ich diese.
      Es könnte leicht sein, dass Du bald derjenige bist, der mir einen Schritt beim Bau voraus ist. Ich habe zwischenzeitlich das Sportboot Patent binnen und Wasserstrassen absolviert und bin deshalb ein wenig ins Hintertreffen geraten, was den Bau des Bootes angeht. Dieses Wochenende habe ich den ersten Weger verleimt, die Zwingen sind noch am Boot. Das Ausklinken ist halb so wild. Mit der gezeigten Fixierung kann man gefahrlos mittels Forstnerbohrer (hier auf gute Qualität mit mehreren Stirnschneiden achten) die Speigatter anfertigen. Es ist so tatellos gut gegangen dass ich es auf diese Art wirlich weiterempfehlen kann. Die Ausklinkungen habe ich so gestaltet, dass es sich mit den Sitzen gut ausgeht, deshalb auch die Computerarbeit. Das wäre auch bei breiteren Sitzen wie Du sie ja gebaut hast problemlos möglich, ist halt eine Spielerei für ein paar Stunden, das schön und gleichmäßig auszurichten.
      Ich habe zuerst auch mit dem Gedanken gespielt, beide Weger gleichzeitig zu bohren, bin aber von diesem Gedanken wieder abgekommen, weil es bei den verjüngten Abschnitten schlecht zu spannen gehen würde, diese Verjüngung hatte ich vorher schon angebracht. Die Zeitersparnis wäre auch nicht so groß gewesen, das Bohren selbst geht ja relativ schnell vonstatten, also habe ich jeden Weger einzeln gebohrt. Mehr Arbeit ist ja das anfasen und schleifen, dass muss sowiso bei jedem einzeln gemacht werden. Ich habe das Maß der Weger auch am Rumpf abgewickelt, nur das Layout, die Anordnung der Ausklinkungen habe ich am Computer entworfen. Für den Radius der Rundungen habe ich dann ein Probestück mit verschiedenen Größen gemacht und mich dann für r=10mm entschieden, weil mir das am besten gefiel. Die Breite der Ausklinkung beträgt 11mm (Leistenbreite/2) und somit kann sich der Forstnerbohrer ganz gut zentrieren auch ohne 2. Leiste. Die längen habe ich mittschiffs länger gestaltet, zu den Steven hin kontinuierlich kürzer werdend.
      Zu den Verstärkungen: Ich habe keine doppelte Matte im Bilgebereich verwendet, weder innen noch aussen. Ich habe 160g Gewebe verwendet was eigentlich gut dimensioniert ist und eine zusätzliche Harzschicht, die zusätzlichen Schutz gegen durchkratzen bietet. Ich denke damit auf der sicheren Seite zu sein.

      Mir ist beim Ablängen der ersten Weger ein Fehler unterlaufen. Ich habe diesen etwas zu weit gebogen und da ist er mir zerbrochen. Ich habe es zwar reparieren können mit einem Stück geschäfteter Leiste aber es war wieder ein Stück Arbeit mehr. Ich möchte deshalb jedem ans Herz legen, diesen Einbau zu zweit zu erledigen, und einen möglichst gleichmäßigen Biegeverlauf anzustreben. Zu zweit geht es wirklich recht gut, zu dritt noch besser, aber alleine läuft man gefahr, an einer Stelle eine zu starke Biegung zu verursachen und die Leiste zu brechen.
      lG
      Bernhard