Tag 23 – Glasbeschichtung innen (12Std.) 2


Heute haben wir uns die Innenseite zum Beschichten vorgenommen. Zuerst wird die Oberfläche noch gründlich vom Schleifstaub befreit. Zuerst mit Pressluft im Freien abgeblasen und anschließend wischen mit einem mit Reinigungsflüssigkeit angefeuchteten Tuch. Dann wieder retour in die Werkstatt um das Gewebe aufzulegen. Das Tuch halten wir zu zweit an den Ecken und heben es ins Boot um es von der Bootsmitte her zu den Süllrändern hin auszulegen. Eine Fixierung ist nicht nötig, das Glas bleibt schön in der Position, in der wir es abgelegt haben.

Anstreifen ist FrauensacheSieht doch schon gut aus

Jetzt streifen wir es an die Konturen an. Das geht wie wir finden am besten mit einem breiten Pinsel. Das Gewebe bleibt durch die statische Ladung schön am Holz kleben. Wir schauen immer wieder, wo wir noch Wellen entdecken und nehmen uns die nötige Zeit um es wirklich sauber auszustreifen. Die letzten 5cm vor dem Steven haben wir nicht mit Gewebe bedeckt, hier würde es sich nur spiessen und viel Arbeit verursachen. Am Steven im Kielbereich b´habe ich mit einem scharfen Messer einen Schnitt angebracht.

Nachdem wir damit zufrieden sind beginnen wir mit dem Beschichten in der gleichen Weise wie außen. Diesmal habe ich die erste Lage besser abgerakelt, immer und immer wieder bis eine einigermaßen gleichmäßige Struktur sichtbar war. Die zweite Schicht wird auch mit dem Spachtel aufgetragen und dabei versuchen wir eine gute Oberfläche zu erzielen. Leider war sie mir nicht gut genug ;). Eine dritte Lage haben wir aus diesem Grund auch noch aufgepinselt.

Beschichtung Innen

Die ganze Prozedur haben auf 2 Tage aufgeteilt, um 22 Uhr wollte ich die dritte Schicht nicht mehr auftragen.


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2 Gedanken zu “Tag 23 – Glasbeschichtung innen (12Std.)

  • Ger3926

    Baue zur Zeit ( seit 10 Monaten ) ebenfalls mein erstes Kanu
    (Prospektor 5,10 m – modifiziert – aus Mahagonileisten ) und habe bei der Außenbeschichtung die gleichen Fehler gemacht.
    Um so genauer will ich die Innenbeschichtung in den nächsten Tagen herstellen und Fehler vermeiden.
    So ist von Interesse und im “ Tagesbericht“ sollte näher darauf eingegangen werden –
    Der Zeitplan – benötigte Zeit – Herstellung allein ?
    Gefahr von Faltenbildung im Vergleich zur Außenbeschichtung.
    Auftragtechnik – Beginn im Kielbereich – im Bilgenbereich ?
    Worauf besonders geachtet werden muss – und wie das Problem gelöst wurde. ( Epoxysee in der Bilge – Glasfaser verrutscht durch Abspachtelung)
    Kanuneigung um 45 Grad –
    Also kurz – eine selbstkritische Fehler – Arbeitsanalyse.

    Dies halte ich für wichtig, da im Internet und bei Ted Moores nur sehr dürftige Infos zu diesem Thema angeführt werden und eine mißlungene Innenbeschichtung das gesamte Projekt ggf. zu Sondermüll
    befördern kann.
    Ps. Es ist auch von Intereese, wie man ( pfiffig ) die Aussparungen der Innenweger herstellen kann. Bandschleifer, Stichsäge oder Oberfräse ?

    Werde bei Bauende auf meiner Homepage http://www.ger3926.de – die Rubrik
    Kanubau ergänzen und auf die vielen kleinen „Fallen“ – die nicht bei Ted Moores erwähnt sind, hinweisen.

    Ps. Den Plankendurchbruch zur Befestigung der Festmacherleine hätte ich nicht gemacht – Der Endlack und die Epoxybeschichtung sind nach wenigen Stunden Liegezeit ,in bewegtem Wasser, abgescheuert und so immer ein latenter Schadensfall.
    Die Festmacherleinen werden schmutzig -( Algenschleim etc.)
    und sind immer nass, erzeugen schwarze Schmutzstreifen, die eingespleißte ? Leine liegt immer an/ über Deck und verschandelt den Gesamteindruck eines mit Edelholz hergestellten kleinen Decks. Eine Festmacherleine an Deck ist immer eine Schand.
    ( Zitat Seemannsacht Ausgabe 1968 – viele andere Publikationen )

    Gruß Peter

    • BNE

      Hallo Peter,
      danke für Deinen Kommentar; Ich freue mich schon auf Deinen angekündigten genauen Bericht! Ich habe hier zwar eine ausführliche Beschreibung aller Schritte gegeben, erhebe aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ich vor hätte ein Buch zu schreiben, würde ich dies machen 😉
      Ich habe die Probleme so gelöst, dass ich weniger Harz aufgetragen habe (somit keinen See hatte) und im Steven-Bereich wo ich die Probleme mit dem Verrutschen hatte, habe ich mit dem Spachtel von Weger zu Kiel gearbeitet und teilweise auch in die andere Richtung wie es eben die Situation erforderte. Sehr viele Spachtelstriche verbessern das ganze ungemein. Der Grund warum es nicht gut dokumentiert werden kann ist, weil man einfach Gefühl dafür entwickeln muss. Die Beschichtung alleine zu machen würde ich nicht empfehlen, deshalb hatte ich ja geschrieben dass wir zu Zweit waren. Die Zeit welche ich als Laie dazu gebraucht habe, dürfte nicht so interessant sein, jeder hat hier sein eigenes Tempo und ich habe innen extrem viel Zeit mit dem Spachteln verbracht um die Oberfläche wirklich bestmöglich zu bekommen. Andere schaffen dies sicher schneller. Auch wenn das Wetter wärmer ist, muß es schneller gehen, weil das Harz sonst geliert bevor man fertig ist.

      Den Plankendurchbruch habe ich mir sehr gut überlegt; Es ist für mich die beste Art, eine Befestigung anzubringen. Dass es abscheuert ist hier schwer möglich, da der gedrechselte Einsatz von der viel breiteren Aussenweger geschützt ist. Wenn Du dein Boot so wild ran nimmst, dass es hier komplett abgescheuert wird, brauchst du keine Mahagoni Planken zu verwenden, weil dann wird der ganze Rumpf genauso abgescheuert sein. Wegen dem Seil: Auch hier muss man keine Bedenken haben, weil wenn man kein Seil an Deck mag muss man es ja nicht eingespleißt lassen. Der Algenbefall bezieht sich eher auf ein Hochseeschiff – wir bauen hier ein Kanu, welches nicht über Monate im Hafen liegen bleibt 🙂 Die selben Probleme, welche ja nicht vorhanden sind hättest du aber auch bei einer Öse aus Messing. Ich lasse die Leine ohnehin nicht dran ich nehme eine Leine mit einem Auge und daie ist dann binnen 2 Sekunden runter vom Boot wenn ich es lagere und auch wenn ich damit unterwegs bin. Auch das Zitat mit dem Deck ist hier nicht passend weil es sich auf Seeschiffahrt bezieht wo ein Tau an Deck (welches ja dort begangen wird) ein Sicherheitsrisiko darstellt. Ich finde hingegen, dass ein Messingbeschlag die Optik am Deck verschandelt; Einer der Gründe warum ich es gefertigt habe wie geschildert. Die Weger werde ich in den nächsten Tagen machen, danach kommt die Beschreibung dazu. Momentan plane ich noch die Positionierung der Aussparungen am Computer.

      p.s.: Ich hätte die Planken nicht aus Mahagoni gemacht weil dieses von der Maserung her ruhiger ist als w.r.cedar. Nur die Fabe ist hier halt dunkler wobei ich den Rotcharakter ohne Maserung auf die ganze Fläche nicht so schön finde, auch die kontrastierenden Wegerleisten müsste dann aus hellem Holz sein. Ich finde helleres Holz mit dunklen Kontrasten ästhetischer. Mahagoni sieht für mich dort gut aus, wo breite Planken vorhanden sind, dort kommt dann die eher große Maserung zur Geltung. Bei 20mm Leisten sieht man davon wahrscheinlich nicht sehr viel, bzw. ist die Maserung dadurch ohnehin zerhackt. Der Begriff „Edelholz“ existiert eigentlich nicht wird aber trotzdem gerne verwendet weil er suggeriert, etwas „besonderes“ zu haben.
      So macht es halt jeder wie er es für richtig hält 😉

      gr
      Bernhard