Tag 19 – Aussen Glas und Epoxy beschichten (12 Std) 9


Für heute habe ich den ganzen Tag zum beschichten der Aussenseite geplant. Die Beschichtung erfolgt in 3 Schichten, wobei als erster Glasgewebe aufgelegt wird. Das Glasgewebe (150g) wird an den Enden gezogen, um alle Falten zu eliminieren. Wenn das Glas sauber liegt und an beiden Schergangsleiten sowie an den Steven ein wenig Überhang ist, kann beognnen werden, das Glas zu tränken. Wir sind dazu zwei Personen; Meine bessere Hälfte und ich.

1. Schicht (7 Uhr morgens)Eine Person mischt das Expoy mit Härter an, jeweils 4 Hübe von jeder Komponente in eine leere Maisdose aus Blech. Wir haben 2 Dosen, damit abwechselnd während dem Anmischen der andere auftragen kann. Das Gewebe wird wechselseitig in Stücken von ca. einem Meter dick bestrichen. Das Gewebe saugt das Epoxy von selber ein, kleinere Spalten werden hier von selbst befüllt. Sollte es stellen geben, wo die Oberfläche mehr Harz aufsaugt, als aufgetragen wurde, zeichnen sich diese Stellen duch ein mattes Erscheinungsbild ab. Dort muss frisches (!) Harz nachgegeben werden. Am Ende eines jeden 1 Meter Bereiches notieren wir die Zeit + 20 Minuten an der Helling. Zu der notierten Zeit muss mit dem Kunststoffspachtel abgezogen werden. Wir brauchen für den gesamten Rumpf für Glas auflegen, tränken und abziehen 3,5 Stunden. Beim Spachteln ziehe ich in flachem Winkel mit mäßigem Druck alles überschüssige Harz ab. Wenn der ganze Rumpf durch ist, braucht das Harz 3-5 Stunden zum anhärten, je nach Temperatur.

Die 2. Schicht (15 Uhr)  wird nach dem besäumen der Stevenbereiche aufgebracht, indem im unteren Drittel des Rumpfes Harz mit dem Pinsel aufgetragen wird, welches anschliessend mit dem Spachtel bis zum Kiel hochgezogen wird. Wir verwenden beim Anmischen 2 Hübe pro Portion, weil hier nicht mehr so viel Harz benötigt wird wie bei der ersten Schicht. Das Gewebe ist mit dieser Schicht vollständig mit Harz gefüllt.

Die 3. Schicht (22 Uhr) wird wieder nach ca. 3-5 Stunden aufgetragen, diesmal mit dem Pinsel. Es soll soviel aufgetragen werden, dass der Pinsel nicht rutschig wird, aber auch nicht zu viel Wiederstand beim streichen produziert. In langen Strichen zuerst horizontal, dann diagonal, zum Schluss wieder horizontal wird eine ausreichend dicke Schicht aufgetragen, um beim Schliff nach dem Aushärten nicht das Gewebe anzuschleifen.


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9 Gedanken zu “Tag 19 – Aussen Glas und Epoxy beschichten (12 Std)

  • Sven Wegner

    Hallo. Ich habe ein geklinkertes 6m langes Flachboden Boot geschenkt bekommen. Das lag ewig in der Scheune.Ich denke derSchwund ist soweit,das es nie wieder zuquellen wird unter Wasser Boden Planken. Meine Frage,Möchte es mit Epoxid beschichten Unterwasser Schiff aussen. Was kannst du mir dazu sagen,Zwecks rangehensweise ect.? Ich würde mich freuen wenn ich paar gute Tips bekommen würde. Danke MfG S.Wegner

    • b.n. Autor des Beitrags

      Hallo Sven,
      dazu gibt es so viel zu sagen, dass ich ein Buch schreiben könnte – und ich weiß im Vergleich zu professionellen Restauratoren sicher wenig. Ich würde es so angehen:

      • Boot Kiel oben drehen
      • Bis aufs Holz runterschleifen (peinlichst genau)
      • Ungedicktes Epoxy vorstreichen
      • Biaxial Gewebe (!) auflegen und versuchen, es in alle Ecken zu bekommen, ohne Lufteinschlüsse. Das wird sich bei Klinker etwas schwierig gestalten, weshalb ich mein Klinker SegelBoot *nicht* mit Epoxy und Glas versehen habe
      • Mit Pinsel tupfen, bei Bedarf Epoxy zugeben, bis alle hellen Stellen verschwunden sind bzw. sich das Glas komplett gefüllt hat
      • Mit Rakel abziehen, damit Glas nicht aufschwimmt
      • Nach dem Aushärten mehrere Schichten Harz, bis Gewebestruktur verschwunden ist
      • Schleifen. Nicht ins Glas schleifen, Ggf. noch weitere Schichten Harz
      • Primern / Füllern / Lackieren bzw. Antifouling. Oder anstatt dessen Epoxyschicht mit Grafit.

      Aber am allerdringendsten würde ich die empfehlen, dir vorher das Buch „Moderner Holzbootbau“ von den Gougeon Brothers zu kaufen. Darin findet man tonnenweise gute Informationen vom Erfinder des West Systems!
      mfG.
      Bernhard Nepelius

      • Sven Wegner

        Ich Danke Dir erstmal herzlichst.Ich werde dich mal auf dem laufenden halten und evtl. mit paar Fotos . Grüße aus Demmin/Meck/Pomm

      • Sven Wegner

        Achso. Das Boot ist aus Eiche,unten Flachboden u. nur die Seiten geklinkt! Muss ich die Seiten mit kleben? oder eicht es bis 1-2 Planke an den Seiten? Das Kajüten Dach will ich auch so machen,da arbeitet es sonst nur und reißt. Is nur ne kleine Schlupfkajüte.Was kostet das Epox mit Glas eigentlich? Das ich mir ungefäir ne Vorstellung machen kann,preislich. Boot ist b. 6m lang halb bauchig in der Mitte 1,40 beit. Kannst mir dazu was erzählen? Danke nochmal

        • bne Autor des Beitrags

          Hallo Sven,
          dazu kann ich nicht viel sagen, ausser dass es für solche Vorhaben sehr gute Lektüre gibt. Ich würde dir dringend raten, mehrere Bücher anzuschaffen und im Internet zu recherchieren. Nicht umsonst kursieren Ausdrücke wie „Leichentuch“ zu diesem Thema. Wenn dann muss es ordentlich gemacht werden. Preise bekommst Du zB. bei van der Linden.
          mfG.
          Bernhard Nepelius

  • Timo Waldeyer

    Hallo Ihr beiden,

    euer Blog ist echt der Hammer! Die Zeitangaben sind wirklich hilfreich und interessant. So kann man gut planen. Ich möchte eine Prospektor bauen und stecke grad‘ in den Vorbereitungen dafür. Ein Punkt erschließt sich mir nicht, egal wo ich schaue und lese … und zwar beim Beschichten mit Glasgewebe. Aussen an den Steven ist da Kanu ja so spitz, dass man die Glasfaser nicht einfach faltenfrei darüber legen kann, sondern sie wirft eine Falte, Innen ist es in der Ecke vom Steven genau so, dass man hier das Glas nicht sauber reingelegt bekommt. Wenn ich innen nicht ganz in die Bug/Heck-Spitze das Glas laufen lasse und aussen dieFalte abschneide, habe ich doch eine nicht komplett geschlossenen Aussen- bzw. Innenhaut am Boot, oder? Wird an den Stellen nachher ein Streifen Glasfaser aufgebracht? Das würde mich einmal interessieren.

    Vielen Dank schonmal für Eure Antwort. Ich werde jetzt noch mit Spannung hin eurem Blog stöbern 🙂

    Grüße aus Würzburg,
    Timo

    • b.n. Autor des Beitrags

      Hallo Timo,
      ich denke, das ist kein Problem. Die Steven sind ja aus massiver Esche, beschichtet mit epoxy und Lack. Glas ist hier nicht nötig, da ja die Messing Scheuerleiste schützt.
      lG.
      Bernhard

      • Martin

        Hallo zusammen,

        Den selben Gedankengang wie Timo habe ich auch zur Zeit. Ich baue mir ein Ruderboot in der Leistenbauweise und grüble schon länger über dieses Glasfasergewebe bzw. die Falte/Falten an der Spitze des Bootes. Wenn ich das richtig verstehe wird das Gewebe an den Falten eingeschnitten und überlappt? Erkennt man später die Bereiche mit doppelt verlegten Gewebe?
        P.s. Top Tagebuch! Das hat mir schon einige Fragen beantwortet!

        • bne Autor des Beitrags

          Hallo Martin,
          ich habe versucht, Falten soweit irgendwie möglich, zu vermeiden. Das Biaxial Gewebe lässt sich erstaunlich gut in Form bringen.
          Wenn man die Höhenunterschiede die durch die Gewebeüberlappungen entstehen, später durch mehrere Schichten Harz ausgleicht, sind sie nicht zu sehen.
          Voraussetzung ist, dass das Glas ordentlich durchtränkt ist, aber nicht aufschwimmt.
          Am Vorsteven kommt anschliessend ja ein Messingbeschlag als Schutz, damit könnte man auch noch kaschieren, bzw. könnte man überlegen, das Glas an der Kante zu schneiden, weil unter dem Messing das Glas ja nicht unbedingt nötig ist.
          in diesem Sinne… Happy building
          Bernhard Nepelius