Bugkabine dämmen und verkleiden


Die Bugkabine wurde inzwischen neu verkleidet. Hier geht es zum Beitrag

Die Seitenwände der Bugkabine soll eine Schalldämmung bekommen und anschließend mit Alcantara-Imitat tapeziert werden. Als Dämmstoff habe ich Trobloc 30 von Gaugler-Lutz verwendet. Es handelt sich dabei um sehr leichte Dämmstoffplatten. Die Platten habe ich in der Stärke 10mm gewählt, per Kubikmeter wiegen diese 30 KG. Die verbaute Menge wiegt also etwa 2 Kg. Verklebt habe ich das Material mit Ibola 37. Den Klebstoff habe ich mit einem Zahnspachtel aufgetragen und nach einer Trocknungsphase von ca. einer Stunde habe ich die zugeschnittenen Platten eingerichtet und an gedrückt.

Klicken, um das virtuelle 360° Panorama der Bugkabine zu öffnen

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Kleber auftragen

Kleber auftragen

 

Dämmaterial aufkleben

Dämmaterial aufkleben

Auf diesen Dämmstoff habe ich als Bezugsmaterial Alcantara verwendet. Ich habe mir einige Musterstücke von verschiedenen Herstellern schicken lassen. Diese Musterstücke habe ich in Bezug auf „Rauheit“, Dicke bzw. Kaschierung, die Sichtbarkeit des „Striches“, Fleckentfernungsmöglichkeit und allgemeinen Eindruck (Haptik) gegeneinander verglichen.

Bezugsstoff aufbringen

Bezugsstoff aufbringen

 

Bezugsstoff und Eckleisten zur Verblendung

Bezugsstoff und Eckleisten zur Verblendung

 

Alcantara Automotive®:

Von der Haptik, Fleckenentfernung, Strich-Sichtbarkeit und Rauheit hat mir das originale Alcantara Automotiv am meisten zugesagt. Dieses hätte es auch in einem etwas gebrochenem Weiß gegeben. Es ist wirklich meiner Meinung nach das edelste, was man an Microfaser bekommen kann. Nachteil ist, dass es dieses Material nicht mit Rückenkaschierung gibt. Auch der Preis (~€140 / lfm) ist ein Aspekt…

Andere Microfaserstoffe:

Habe ich eigentlich nach der Sichtung der ersten Muster ausgeschlossen, Optik und Haptik sagten mir nicht zu, Flecken ließen sich nicht so gut entfernen.

Tapezierstoffe von Yachtausstattern:

wie oben erwähnt, ist der von SVB angebotene Tokyo für mich der beste Bezugsstoff nach Alcantara. Flecken von einem Pilot Rollerball Stift ließen sich auch in eingetrocknetem Zustand restlos entfernen, und das nur mit warmen Wasser. Haptik finde ich sehr gut, die Kaschierung auf der Rückseite ist ca. 3mm stark und läßt viele kleine Unebenheiten verschwinden. SVB versichert mir, dass auch die Langzeiterfahrungen, insbesondere die mit dem Schaumstoff-Kaschier-Material der Rückseite sehr gut sind und sich dieses nicht nachein paar Jahren auflöst.

Mit dem selben Kleber habe ich also auch den Bezugsstoff, letztendlich doch Alcantara, aufgeklebt. Alle Ecken und Kanten im Raum wurden mit Leisten aus Sapeli verkleidet, was einen sehr schönen Kontrast zum weißen Bezugsstoff herstellt. Die Leisten habe ich aus Bohlen gesägt, gehobelt und mit einer Oberfräse gerundet, anschließend mit Epifanes DD Klarlack in 5 Schichten lackiert. Befestigt werden die Leisten mit Schrauben aus Messing. Ich finde Messing zu Mahagoni viel schöner als Edelstahl. An der Bordwand habe ich für die Verschraubung der Leisten kleine Klötzchen aus Splintholz Sipo angeleimt, als Abstandhalter (die Dämmung ist ja rund 11mm stark) und damit ich nicht in das Rumpfholz schrauben muss.

Rund um die Bullaugen habe ich auch aus Sipo einen Fensterrahmen gedrechselt, mit einem Falz für das Dämmaterial versehen. Auch hier wieder Lackierung in Hochglanz. Die Fensterrahmen und die Bullaugen dichte ich mit Sikaflex 291i ein. Beim Anbringen der Leisten in den Innenkanten fiel mir auf, dass kleinere Bereiche, die mit dem Stoff überzogen waren und viele Ecken / Kanten aufwiesen, sich leider teilweise vom Dämmstoff gelöst haben. Hier ist die Klebekraft scheinbar nicht ausreichend, oder ich hätte eventuell mehr Klebstoff auftragen müssen 🙁 Auch ist die weiße Oberfläche naturgemäß empfindlich gegen Verschmutzung, eventuell bringe ich aus diesem Grund noch Leisten als „Rückenlehne“ an die dann mit weißem Kunstleder, wie es an der Kabinendecke zum Einsatz kam, überzogen werden.

Das Schapp auf der Backbordseite ist beim 4. Bild auch zu sehen; Allerdings noch ohne den Knöpfen, die muß ich erst drechseln. Auch ein paar Abschlußleisten fehlen noch, namentlich diejenigen, die diffizil einzupassen sind, bzw. wo Formteile gefräst werden müssen.

Leisten, hmmm...

Vorher; Viele Leisten.

Die vielen Ecken, die dort entstanden, wo die Spanten in die Dachverkleidung einlaufen, haben viel Arbeit gemacht, und das Ergebnis war trotzdem für mich nicht zufriedenstellend. Am Foto sieht man es gut, sieht aus wie Fleckerlteppich 🙂

Mit halbrunden Konsolen ist der Bereich jetzt shöner.

Nachher; Konsolen mit Beleuchtung

Ich habe mir deshalb in den Kopf gesetzt, Konsolen zu fertigen, die den ganzen Bereich abdecken und am besten auch noch gleich eine Beleuchtung eingebaut haben sollten. Diese Konsolen sind aber zum eigenen Projekt geworden,weil der Bau der halbrunden Formen und auch die Installation von superhellen LED’s mit vielen Details verbunden waren, die erst ermittelt und umgesetzt werden mussten.

Hier geht’s zum Baubericht>>

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