Lexikon

Alle Fachausdrücke, die im Bootsbau vorkommen, werden hier erfasst, um ein Glossar zu bekommen


Abmallen, Traversenschablone, Planke vermessen

Abmallen ist das bauen einer Schablone bzw. einer Mallform. Werden Planken abgemallt, erzeugt man sich eine genaue Schablone vom „Loch“ das von der Planke zu füllen ist. Dies Form dieses Loches ist meistens sehr komplex, ist allseitung rund in verschiedenen Radien, läuft konkav oder konvex zusammen oder auseinander, eventuell sind auch noch Winkel die sich […]


Bilge

Als Bilge [bɪlʧ] wird der unterste Raum auf einem Schiff bezeichnet, der direkt oberhalb der Schiffsplanken oder oberhalb des Kiels liegt. In der Regel ist dort auch bei hohen Temperaturen der kühlste Ort auf dem Schiff. In der Bilge sammelt sich das in den Schiffsrumpf eingedrungene Wasser (beispielsweise in Holzschiffen) sowie bei moderneren Schiffen auch […]


Bug, Heck

Der Bug ist das Vorderteil eines Schiffsrumpfes und muss strömungsgünstig geformt sein. (Der hintere Teil eines Schiffes heißt Heck.) Den vorderen Abschluss des Bugs bildet der Vordersteven, bei Holzschiffen meist ein vierkantiger Holzbalken. Ein über den Bug nach vorne ragender Teil des Schiffs wird als Galion bezeichnet.


Deck

Deck (Schiffsdeck) bezeichnet im Sinn von „Abdeckung“ zunächst den oberen horizontalen Abschluss des Schiffsrumpfs (Hauptdeck, auch Oberdeck), in der Folge aber auch Zwischenböden: Zwischendeck, Maschinendeck u. a. liegen unterhalb, das Bootsdeck, das Promenadendeck und andere Aufbautendecks oberhalb des Hauptdecks. Das Dach von Aufbauten wird Deck genannt, wenn es begehbar ist


Dollbord

Das Dollbord (auch Sielbord) ist ein Längsverband eines offenen Holzbootes, z. B. eines Ruderbootes oder einer Segeljolle. Es liegt auf der Innenseite des Bootes auf den Spanten auf Höhe der obersten Planke. Im Dollbord können Dollen angebracht sein, die als Auflage für die Riemen dienen.


Ducht

Ducht ist in der Seemannssprache der Fachbegriff für eine Bank oder ein Sitzbrett auf einem Ruder- oder Segelboot. Es handelt sich dabei um eine quer zum Kiel von Bordwand zu Bordwand verlaufende Planke, auf dem Ruderer oder Passagiere Platz nehmen können. In den Elbmarschen konnte hiermit je nach Kontext auch ein Unterbezirk eines Kirchspiels gemeint […]


Epoxidharz

Ein Epoxidharz (Kurzzeichen EP) besteht aus Polymeren (Polyether), die je nach Reaktionsführung unter Zugabe geeigneter Härter einen duroplastischen Kunststoff von hoher Festigkeit und chemischer Beständigkeit ergeben. Werden Epoxidharz und Härter gemischt, erfolgt je nach Zusammensetzung und Temperatur üblicherweise innerhalb von wenigen Minuten bis einigen Stunden die Aushärtung des ursprünglich viskosen Gemisches.


Helling

Unter einer Helling (auch (der) Helgen) versteht man ursprünglich den Platz in der Werft, auf dem ein Schiff gebaut wird, genau genommen die schräg abfallende Fläche, auf der es anschließend beim Stapellauf zu Wasser gelassen wird. Im Gegensatz zum Dock, in dem Schiffe repariert werden, werden auf der Helling meist neue Schiffe gebaut. Auch die […]


Hobel

Der Hobel ist ein Werkzeug zur spanenden Bearbeitung von Holz. Er ist ein unverzichtbares Hilfsmittel in allen holzverarbeitenden Berufen. Die Oberfläche des Holzes wird bearbeitet, indem mit dem Hobeleisen Späne vom Material abgetragen werden. Bei den klassischen Handhobeln handelt es sich um eine feste Schneide, die im Hobelkörper fixiert ist. Hirnholzhobel – sind in der […]


Kajüte

Die Kajüte (mittelhochdeutsch: kaiüte, „Wohnhütte“) ist ein Wohn-, Aufenthalts- oder Schlafraum eines Schiffes. Die Herkunft des Wortes ist unsicher, möglicherweise auch von französisch cahute, „schlechte Hütte“. Je nach Größe des Raumes kann es in einer Kajüte eine Pantry bzw. Kombüse (Küche), mehrere Kojen (Bett) und Kabinen (Zimmer) geben. Die Kajüte auf sehr kleinen Freizeit-Schiffen wie […]


Kanadier

Ein Kanadier (auch Canadier) ist ein zumeist offenes Kanu, das sitzend oder kniend gefahren und vorwiegend mit Stechpaddeln bewegt wird. Ursprünglich wurde es von den nordamerikanischen Indianern als Fortbewegungsmittel in den dicht bewaldeten und unwegsamen Gebieten Nordamerikas benutzt, später verwendeten die Voyageure diese Boote zum Zweck des Pelzhandels, um große Strecken mit viel Gepäck zu […]


Kiel

Der Kiel ist der wichtigste, mittschiffs im Boden angebrachte, Längsverband eines Schiffes bzw. Bootes. Der Kiel ist somit das „Rückgrat“ des Schiffes. An ihm sind die querstabilisierenden Spanten, die „Rippen“, angebracht. An seinen Enden geht der Kiel in die Steven über. Neben der Stabilisierung des Rumpfes dient er auch der Erhöhung der Kursstabilität und – […]


Mahagoni

Die Mahagonigewächse (Meliaceae), auch Zedrachgewächse genannt, sind eine Pflanzenfamilie in der Ordnung der Seifenbaumartigen (Sapindales). Die 48 bis 50 Gattungen mit etwa 1400 Arten sind hauptsächlich in den Tropen verbreitet. Zu den wichtigsten Vertretern gehören die Nutzhölzer Amerikanisches Mahagoni (Swietenia macrophylla King), Westindisches Mahagoni (Swietenia mahagoni (L.) Jacq.), Westindische Zedrele (Cedrela odorata L.) und Andiroba […]


Mallen

Mallen oder Mallspanten sind Schablonen, die zum Bau eines Schiffsrumpfes verwendet werden. Sie dienen als Modell des Schiffsrumpfes, auf dem die Planken des Rumpfes befestigt werden. Im Gegensatz zu Spanten werden Mallen nach Fertigstellung des Rumpfes wieder entfernt und können für einen weiteren Rumpf der gleichen Bauart wiederverwendet werden. Nach dem Entfernen der Mallen werden […]


Messing

Messing ist eine der drei bekanntesten Kupferlegierungen, zu denen noch Bronze und Rotguss gehören. Allen Messingen, seien es Guss- oder Knetlegierungen, ist gemeinsam, dass ihre Basis die Elemente Kupfer und Zink sind, zu denen je nach verlangten Eigenschaften noch Begleitelemente legiert werden, unter denen wiederum Blei am häufigsten vertreten ist. Die Farbe von Messing wird […]


Planken

Eine Planke ist ein Stück der Außenhaut- oder Decksbeplankung eines Schiffes, im Wesentlichen ein zugepasstes, verhältnismäßig schmales Brett. Sie wird im Allgemeinen auf die aufgestellten Spanten oder Mallen aufgebracht. Eine Reihe längsschiffs verlaufender Planken wird als Plankengang bezeichnet. Das Wort ist abgeleitet von Phalanx. Im norddeutschen Schiffbau wurden Planken auch als Dielen bezeichnet (z. B. […]


Rammbordleiste

Eine ca 5cm breite Leiste (Je nach Rumpfform kann die Breite variieren), welche achterlich, unten am Rumpf aber oberhalb der Wasserlinier angebracht ist, um den Rumpf vor Berührung mit Dalben oder Hafenmauern zu schützen. Die Leiste geht üblicherweise vom Heckspiegel beginnend so weit nach vorne, bis die Breite des Süllrandes größer ist, als die Breite […]


Ryoba

Die Japansäge (auch: Japanische Säge, jap. 鋸, nokogiri) ist eine Handsäge und das japanische Gegenstück zum in Europa verbreiteten Fuchsschwanz. Im Gegensatz zu europäischen Sägen arbeitet eine Nokogiri ausschließlich auf Zug. Aus diesem Grund ermöglicht sie ein wesentlich dünneres Sägeblatt (0,3–0,6 mm, bei Zimmermannssägen auch bis ca. 1 mm), was sehr feine Schnitte mit geringem Kraftaufwand erlaubt. […]


Schäften

Schäften bezeichnet das feste Zusammenfügen zweier Leisten oder Bretter zu einer entsprechend längeren Leiste. Um einen möglichst stabilen Übergang zu schaffen, werden die Leisten an den Enden abgeschrägt. An diesen Stellen wird dann Leim aufgetragen und die Leisten so miteinander verbunden. Durch das Abschrägen der zu verbindenden Teile wird die Leimfläche viel größer – typischerweise […]


Schergangsleiste

Die Planke, welche Mittschiffs entlang der Weger verläuft. Die Weger hebt sich in Richtung Steven von der Schergangsleiste ab, bedingt durch den hochgezogenen Bug (und Heck).


Schwert

Im Schiffbau und der Seefahrt versteht man unter einem Schwert die auf Schwertbooten parallel zur Fahrtrichtung senkrecht durch den Rumpf geschobene Platte aus Stahl, Holz oder GFK zur Verminderung der Abdrift bzw. zur Umsetzung der Abdrift in Vortrieb. Auch ein Katamaran kann mit Schwertern ausgestattet sein, wie beispielsweise der Tornado. Neben dem Haupttypus, den Zentralschwertern, unterscheidet man zwischen den Seitenschwertern (bei Ewern und anderen Küstensegelschiffen seitlich außenbords angebrachten entsprechenden Flächen) und Kimmschwertern (zwei Seitenschwerter innerhalb des Bootsrumpfes); Kielschwerter sollen die Vorzüge des aufholbaren Schwertes und des Ballastkiels miteinander verbinden. […]


Spanten

Der Ausdruck Spant (wahlweise der Spant oder das Spant) stammt ursprünglich aus dem Schiffbau. Er bezeichnet ein tragendes Bauteil zur Verstärkung des Rumpfes bei Booten, Schiffen, starren Luftschiffen, Flugzeugen und anderen Fahrzeugen. Die Spanten sind zugleich Träger der Beplankung. Durch diese Bauweise wird gegenüber einer massiven Bauweise (wie beispielsweise beim Einbaum) erheblich Gewicht eingespart. Die […]


Speigatt

Ein Speigatt ist eine unverschlossene oder durch eine Rückschlagklappe gesicherte Abflussöffnung im Schanzkleid von Schiffen, durch die Regenwasser oder übergekommene Gischt wieder ins Wasser abgeleitet wird. Das Wort Speigatt wird abgeleitet aus den niederdeutschen Wörtern speien: spucken, sich erbrechen und Gatt: Loch, Öffnung.


Steven

Die Steven sind Bestandteile des „Gerüstes“ des Schiffsrumpfes. Sie stellen die vordere und gegebenenfalls hintere, nach oben gezogene Verlängerung des Kiels eines Schiffes oder Bootes dar. Bei Holzschiffen werden vier- oder dreikantige Holzbalken, bei Stahlschiffen entweder rund geformte Flacheisen oder speziell geformte Stahlblechelemente eingesetzt. Der Vor- oder Vordersteven bildet den vorderen Abschluss des Schiffsrumpfes. Er […]


Weger

Die Weger wird unterteilt in Aussenweger und Innenweger. Es handelt sich dabei um die Holzleisten, welche am Oberen Rand des Bootes vom Bug bis zum Heck laufen. Die Weger hat optische sowie funktionale Aufgaben. Sie gibt dem schwachen Rumpf Stabilität und dient als Einhängepunkt für Sitze und die Ducht. Optisch gibt sie dem Boot einen […]


Ziehklinge

Eine Ziehklinge ist ein Werkzeug für Holz und weiches Metall, das dazu benutzt wird, die Oberfläche von Holz bzw. weichem Metall zu glätten. Sie funktioniert ähnlich einem Hobel, indem sie überstehende Holzfasern abschneidet. Sie wird zum Glätten und zur Oberflächenbearbeitung sowie zur äußeren Formgebung eingesetzt. Die Ziehklinge ist aus einem Stück dünnen Federstahls gefertigt. Mit […]