Ruderkopf 5


Zwischen den Planken entsteht ja bedingt durch die Epoxy-Aushärtungszeiten immer tote Zeit. Diese nutze ich teilweise zum chillen, aber manchmal arbeite ich auch an anderen Teilen, wie auch in diesem Falle. Der Ruderkopf besteht aus 3 Schichten. Abstandhalter in der Mitte ist ein Brett mit 30mm stärke, die Seitenbretter sind 20mm stark. Im Sandwich entstehen damit 70mm Stärke. Ein ganz schön schwerer Brocken, zumal das Gewicht vom Ruderblatt ja auch noch dranhängt. Interessant ist auch, dass es bei classic-marine zwar einen Ruderbeschlagsatz (Stichwort: Rudderhardware, Rudderstraps) gibt, der extra für die Caledonia Yawl empfohlen wird, dieser jedoch ein freies Maß von 55mm aufweist. Ich habe dort mal angefragt, ob die nicht einen passenden Satz hätten, ich warte gespannt auf Antwort. (Nachtrag: Bei Classic marine gibt es auch breitere Ruderbeschläge „series 3“ heissen die. Die sollten gut passen) Ich habe auch länger überlegt, mir die komplette Hardware selber anzufertigen. Nach der üblichen mühsamen Recherche habe ich einen Händler für Carobronze gefunden, der in der Nähe ist. Wenn man sich die Preise für das Rohmaterial ansieht, muß man aber feststellen, dass das Material fast so teuer ist wie die fertigen Teile, vom Arbeitsaufwand ganz zu schweigen. Deshalb habe ich mich entschlossen, die Zeit für das Drehen und Fräsen der Bronzeteile lieber in das Boot selber investiere und die Beschläge, sofern sie erhältlich sind, zukaufe. Auch der Guß von den Ruderbeschlägen würde fast das selbe kosten, wie die Beschläge bei classic marine. Zusätzlich müsste ich die Gußform aus Holz fertigen und die anschliessende Polierarbeit in Eigenregie durchführen.Ich brauche aber ohnehin ein paar Dinge von classic marine, also muss ich die Versandkosten so und so zahlen. Alle Beschläge, die ich aus Holz fertigen kann, möchte ich ohnehin selbst bauen. Für die 2 Leinen, die das Ruder in oberster oder unterer Position fixieren, habe ich Führungslöcher gebohrt die mit Messingrohren, so glaube ich, ganz gut gegen Feuchtigkeit geschützt sind. Abschnitte von Messingstangen dienen als Schamfilschutz dort, wo die Leinen über Kanten geführt werden. Dort wo das Ruderblatt mit dem Ruderkopf in Kontakt ist, habe ich das Holz mit grafit angereichertem Epoxy beschichtet. Das gibt eine gut haltbare Oberfläche mit guten Gleiteigenschaften und UV-Schutz.


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5 Gedanken zu “Ruderkopf

  • Ruud

    Hallo,

    Ich bin auch grade dabei eine Caledonia Yawl zu bauen in der nähe von Wien, bin ein bisschen weiter (Rumf grade umgedreht). Habe übrigens diese Beschläge von classic marine gekauft und in dem Ruderkopf ein paar Schlitzen gefräst.

    Freundliche Grüße,

    Ruud.

    • bne Autor des Beitrags

      Hallo Ruud,
      das ist ja nett, da sind wir ja beinahe Nachbarn 🙂 Ich werde die classicmarine Beschläge „series 3“ verwenden, die gehen sich mit der Breite des Ruderkopfes aus. Hast Du den Rumpf vor dem Drehen bereits endbehandelt? Wenn Ja, welchen Anstrich verwendest du, oder nimmst du epoxy? Wenn Du Fotos von deiner CY Hast, würde mich interessieren!
      lG.
      Bernhard