Arbeiten nach Unfall mit Charterboot 1

Nachdem mir im Sommer 2012 ein wild gewordener Hausbootfahrer, während wir im Schleusenkanal festgemacht hatten, die komplette Seitenwand backbords zerstört hat, waren Reparaturarbeiten unausweichlich. Nach einem 12 Monate dauernden Streit mit LeBoat, dessen Versicherung, bzw. einem “Sachverständigen”-Büro haben wir uns geeinigt. Kurz gesagt: Ich bekam rund 50% der von 2 unabhängig von mir beauftragten Sachverständigen prognostizierten Schadensumme inklusive Nebenkosten. Ich wollte dennoch eine Reparatur durchführen, die mich dafür entschädigt, dass ich nun fast 2 Jahre kein benutzbares Boot hatte. Deshalb habe ich aufgezahlt und mit mehrwöchiger Eigenleistung, die mir die Herstellerwerft ( Yachtmanufaktur Pirich ) freundlicherweise gegengerechnet hat, eine Komplettsanierung mit u. a. komplett neuen Bordwänden durchführen lassen und die restlichen anfallenden Arbeiten teilweise selber durchgeführt. Hier eine Auflistung, manche Punkte sind mit einem Artikel verlinkt, sofern es Detailinfos dazu gibt.     Getätigte Arbeiten / Veränderungen / Verbesserungenen Arbeiten am Rumpf / Holzarbeiten Bordwände Bordwände beidseitig entfernen Neue Bordwände (Endstärke 9mm) schäften, furnieren, Schichtaufbau, Lackieren, montieren Zusätzliche Stringer zwischen Spant 2 und 5 zur Versteifung der Bordwände, im Bereich der Bugkabine als Ablage mit indirekter Beleuchtung (LED) ausgeführt. Neue Süllränder mit Nischen für LED-Stripes Bruchstellen Stringer, etc. Neu laminieren Spanten abschleifen und neu beschichten Heckspiegel furnieren, Schichtaufbau, lackieren Oberdecks […]

Schriftzug am Heck, foliengeschnitten in Chrom mit Schatten, ausgespart in Schwarz

Montiert er Beschlag

Edelstahlbeschlag Bug

Der alte Bugbeschlag passt aufgrund der Veränderung im Aufkimmungsbereich nicht mehr. Ein neuer Beschlag muss angefertigt werden. Dazu habe ich mehrere Schablonen aus Karton angefertigt und angehalten. Dann ein Foto gemacht, und mit Herrn Pirich abgestimmt. Er hat ein sehr gutes Auge für stimmige Kurven und hat mich zu einer sehr ansprechenden Form geführt.


Fahrstand Instrumentenkonsole

Die bestehende Instrumentenkonsole war eher ein Provisorium und hatte durch die 2 verschiedenen Motorisierungen auch Löcher verschieener Instrumentendurchmesser. Es musste als neu gemacht werden, zumal ich nach dem Unfall die Motorisierug auf 90PS erhöhte und damit wieder neue Instrumente verbaut werden mussten. Auch die neue Elektroinstallation sah diverse Schalter am Cockpit vor. Her Pirich von der Herstellerwerft empfahl mir eine schräggestellte Konsole. Damit ist mehr nutzbarer Platz verfügbar und die Instrumente sind besser ablesbar. Seinem Rat (wie immer) folgend haben wir die neue Konsole gemeinsam entworfen. Unter derKonsole haben nun alle Kabel, sowie die Hydraulikleitungen der Lenkung ihren Platz gefunden. Die Hydraulikleitungen waren vorher in der Bugkabine zu sehen, weil sie einfach zu wenig Platz in der alten Konsole gehabt hätten. Die neuen Instrumente haben jetzt rechts vom Steuuerrad Platz genommen. Zusätzlich zum Multifunktionsinstrument welches in der “Luxusvariante Weiß / Chrom” kam, ist die Trimanzeige und eine Tankanzeige in der gleichen Variante von Suzuki hinzugekommen. Von KUS habe ich ein Ruderlagen-Anzeigeinstrument verbaut. Das alte Lenkrad habe ich weiterverwendet, es handelt sich um ein schönes Mahagoni-Sportlenkrad. Links neben dem Lenkrad habe ich 2 Reihen mit je 4 Carling Schaltern verbaut, die mit den für den Fahrbetrieb wichtigen Verbrauchern (Hupe, Ankerwinde, Bugscheinwerfer, […]

Armaturenbrett

Verteiler

Elektrik kompletter Neuaufbau

Die bestehende Elektrik habe ich immer schon im Blickfeld für eine Generalsanierung gehabt. Es waren unterschiedliche Kabel ziemlich wirrwarr im ganzen Boot verteilt. hinter dem Schalterpanel ein Knäuel an verschiedensten Kabel, Lüsterklemmen, Isolierband-Geflechten, etc. Jetzt ist die Zeit gekommen, im Zuge der vielschichtigen Reparatur – und Erweiterungsarbeiten auch die Elektrik neu zu machen. Planung im Vorfeld habe ich alle Verbraucher in einem Verbraucherplan erfasst. Dann habe ich zu jedem Verbraucher die Leistungsaufnahme und die Kabellänge ermittelt, um dann die Kabeldimensionen berechnen zu können. Hier die erstfassung, diverse Änderungen kamen nachträglich noch hinzu (UW-Bel. vorne, etc.) Hilfreich hierbei war das Excel Dokument zur Verbraucherberechnung und die Anleitungen unter http://www.kavenga-segeln.de/41776.html . Ich bin mit einigen Abwandlungen in etwa so vorgegangen, wie es dort beschrieben ist. Insgesamt habe ich rund 200 m Kabel verbaut. Verwendet habe ich Litzenkabel von Helutherm, welches verzinnte Litzen hat und GL (Germanischer Lloyd) zertifiziert ist. Die Enden habe ich mit Aderendhülsen versehen. Als Verteiler habe ich 2-polige Phönix Reihenklemmen mit Zugfeder verwendet. Beschriftet habe ich die Kabel mit Beschriftungsgerät, jede Beschriftung wird durch transparenten Schrumpfschlauch geschützt. Ungeschützte Aufkleber lösen sich nach meiner Erfahrung binnen ein paar Monaten ab, deshalb der zusätzliche Schutz. einen Schaltplan habe ich erstellt, sieht […]


Erhöhter Fahrstand

Für mich war der aktuelle Fahrstand von der Größe her unpassend. Wenn ich Übersicht beim Anlegen brauchte, musste ich mich auf den Süllrand setzen. Deshalb habe ich als Provisorium ein Brett zwischen Sitz und Schot montiert. Damit konnte ich die “Idealhöhe” des höhergelegten Bodens in diesem Bereich ermitteln. Jetzt habe ich dieses Brett aus 6mm Okume Sperrholz und darüberliegendem 6mm Teak Stabdeck gebaut. Die Schot ist bereits mit einer verklebten Leiste bestückt, auf der das Scharnier befestigt wird. So lässt sich dieses Brett hochklappen und an der Schot fixieren. In diesem Zustand ist der Fahrstand dann soweit abgesenkt, dass bei geschlossenem Fahrverdeck stehend gesteuert werden kann.

Komplett bis auf Sitzkonsole

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Ruderlagenanzeige bei Aussenborder

Auf diesem Boot ist ein Aussenbordmotor in einem Schacht in der Achterkabine montiert (Jetzt inzwischen einen 90PS Suzuki 2L). Ich wollte schon länger eine Ruderlagenanzeige haben, beim Anlegen hatte ich jetzt immer die Türe der achterlichen Kabine offen, um die Stellung des Motors zu sehen. Jetzt habe ich ein günstiges Instrument gesehen, das vom Styling her zu meinen weiß/Chrom Motorinstrumenten passt. Dieses Instrument kommt angeblich aus dem selben Werk wie Wema und um rund 70€ ist die Instrumente / Geberkombination zu haben. Da konnte ich nicht widerstehen Die Montage des Gebers war aber nicht so einfach wie ich das erhofft hätte. Die Geber sind für starre Wellen ausgelegt und nicht für einen Aussenborder, bei dem die Hydraulikzylinder und der ganze Motor sich beim Trimmen neigen. Ich habe einige Versuche gestartet, bis ich eine gute Position gefunden habe. Für den Geber selbst habe ich aus Aluminium eine Halterung gebaut, die am Hydraulikteil der Lenkung befestigt wird. Die Verbindung von Lenkung zu Geber habe ich mit einer Messingstange 4mm und einem Kunststoff-Kugelgelenk realisiert. Ich habe einige Anläufe mit gebraucht, für die ich anstatt der Messingstange Schweissdraht gebogen habe, so lange bis es wirklich perfekt funktioniert hat. Dann habe ich die Messingstange mit […]


Lautsprecher mit Blenden aus Holz

Was ist am Holzboot besser als weiße Lautsprecher? Schwarze Lautsprecher. Und was ist besser als schwarze Lautsprecher? Lautsprecher (blenden) aus Mahagoni Diese haben mir aber von der Optik her zu stark aufgetragen. So habe ich die schwarzen Blenden vorne und die hölzernen auf der Rückseite der Schot montiert, wo die Lautsprecher aufgrund der Tiefe ausgenommen werden mußten. Als Blende für dieses Loch passen die Holzverkleidungen super! Die vorher verbauten, weißen Lautsprecher waren durch die UV Strahlung vergilbt, die Blenden teilweise gebrochen. Die Position der Lautsprecher ist so gewählt, dass sie optisch sehr präsent sin. Ich habe neue Boxen mit schwarzer Blende von Fusion besorgt, aber das glänzende Schwarz ist optisch auch nicht das non plus ultra, deshalb habe ich mich zu Eigenbau Lautsprecherblenden aus Sapeli entschlossen. Die Blenden drechsle ich aus einem Abfallstück eines 33mm Pfostens. Die Rückseite habe ich konkav ausgedreht, einen Absatz passend zu den Auflageflächen des Speakers eingedreht und dann die Blende aussen passend gedreht mit einem Ausschnitt in der Mitte und 2 eingedrehten Stäben. Die “Schlitze” habe ich anschliessend auf der Fräsmaschine gefräst. Versiegelt mit Epoxy und lackiert mit Epifanes DD Lack passen sich die Speaker-Blenden jetzt der Gesamtoptik des Schiffes an.

Drehteil frontal

Blick richtung Bug

Bugkabine Innenausbau, dämmen, Auskleiden…

Nachdem die Bordwände neu gebaut wurden, war die alte Dämmung und der Bezug den Umbauarbeiten zum Opfer gefallen. Ich war mit der Microfaser Ausstattung zwar zufrieden, (haptisch war sie perfekt) aber diese Oberflächen sind doch empfindlich. Vor allem wenn man Kinder hat, die vielleicht mal nicht soo vorsichtig sind Damit mögliche Stresssituationen in Vorfeld eliminiert sind, habe ich mich zu einem Neu-Bezug in Kunstleder entschieden. Gelb ist die Farbe, passt perfekt zum Mahagoni-Farbton, danke für den Tipp an Alexander Pirich . Erst wie gewohnt die Dämmung verklebt, diesmal etwas komplizierter wegen der neuen Stringer, die im Bereich der Bugkabine gleichzeitig als Ablage und indirekte Beleuchtung ausgeführt sind. Danach Ausschneiden der Bullaugen und anfertigen von Schablonen für jeden Bereich. Die Schablonen haben wir aus Packpapier angefertigt. Danach habe ich das Leder ausgeschnitten und mit den Dämmplatten und der Bordwand verklebt. Verwendet habe ich wieder TROBLOC Dämmplatten und den lösungsmittelfreien Kleber von SVB, dessen Name mir entfallen ist. (Genauer Bericht siehe hier) Dann mussten alle Eckleisten neu geschnitten und verschraubt werden. Schapp, Bullaugen-Rahmen und Schoten wurden neu lackiert und verbaut. Für den Türausschnitt habe ich passende Sapeli Profilleisten angefertigt und damit die Schnittkanten der Schothölzer verdeckt. Steuerbordseitig musste im Bereich hinter der […]


Badeplattform neu anfertigen

Auch die Badeplattform wurde beim Unfall beschädigt, wir entschlossen uns sie komplett neu zu bauen. Als Basis verwendeten wir eine 20mm Bruynzeel Suprahecht Platte aus Sapeli. Darauf wurden die Stäbe und die Laibung aus 6mm Burma-Teak geklebt. Wenn die Rohform des Basisbrettes fertig ausgeschnitten ist, kann die Einteilung für die Stäbe und die Laibungshölzer festgelegt werden. Diese Teile fertige ich gerne schon im Vorfeld passgenau. Man kann auch nachträglich die Nuten fräsen, aber mir ist es anders lieber. So kann jeder einzelne Stab genau eingeschliffen werden. Dann montiert man die Stäbe mit Abstandsklötzchen und angedicktem Epoxy. Das selbe mit den Laibungshölzern. Die Fugen werden am Grund mit einem Tesa Fugenband versehen, die Flanken werden mit passendem Primer behandelt. Dann klebe ich die Stäbe mit Abdeckband genau ab, bevor ich die Fugenmasse einbringe. Bevor die Fugenmasse trocknet, entferne ich das Abdeckband. Nach der vollständigen Durchtrocknung der Vergußmasse schleife ich mit dem Bandschleifer die Fugenmasse eben mit den Stäben.

Detail Badeplattform

Bordwände demontiert

Bordwände Neubau, komplette Rumpfsanierung

Alle Beschläge, alle Aufbauten, Scheibe, etc mussten im Vorfeld demontiert werden. Beide Bordwände haben wir dann herausgeschnitten. Dann die Spanten abgeschliffen, die gebrochenen Verbindungen zwischen Spanten und Stringer neu laminiert, anschliessend den Boden und die Spanten neu beschichtet (West Epoxy 207). Den Bereich der vorderen Aufkimmung haben wir neu definiert. Das hochgezogene Unterwasserschiff im vorderen Bereich war optisch nicht so schön, deshalb wurde die Wasserlinie gerade gezogen und die Bereiche die vormals zum Unterwasserbereich gehörten, wurden furniert. Die Ränder haben wir grob geschliffen, die alten Süllrandleisten abgehobelt, das komplette Oberdeck geschliffen bis aufs Holz. Danach haben wir 3 Bruynzeel Sperrholzplatten aneinandergeschäftet, um die erforderliche Länge für die Seitenwände zu bekommen. Das grobe Maß haben wir angezeichnet, indem die Platten provisorisch montiert wurden. Dann wieder demontiert, zugeschnitten, geschliffen. Mittels Vakuum haben wir die kompletten Platten furniert, die Furnier verklebt mit West Epoxy und diversen Füllstoffen. Dann Grobschliff Korn 120 bis die Furnier komplett eben und plan waren. Dann der Schichtaufbau: 4Schichten Epoxy (West) mit Zwischenschliff, 8 Schichten Lack (Epifanes). Dann Montage der fertigen Bordwände. Das Oberdeck wurde gleichermaßen beschichtet und lackiert. Süllrandleisten mit Nischen zusammengesetzt aus 4 Teilen, verklebt, montiert, beschichtet, lackiert. Finale Schicht Decklack über alles (insgesamt 13 Schichten). Beschläge, […]


Kanu-Tour: Paddeln am Wolfgangsee im Salzkammergut 1

Der Wolfgangsee, mit älterem Namen auch Abersee, liegt im Salzkammergut, ein kleiner Teil gehört zu Oberösterreich. Er ist mit 13 km² einer der größten und bekanntesten Seen in der Region Salzkammergut. Am Wolfgangsee liegen die Salzburger Gemeinden Sankt Gilgen, Strobl und Sankt Wolfgang, bekannt unter Anderem durch den Spielfilm “im weißen Rössl am Wolfgangsee” aus den 60ern mit Peter Alexander. Dieses Hotel gibt es auch heute noch, und man kann mit dem Kanu wunderbar am öffentlichen Slip anlanden und einen Kaffe auf deren Seeterrasse geniessen. Jede Menge Japaner fotografierten unser Kanu dabei *g*. Eine gemütliche Paddeltour am Wolfgangsee kann ich euch nur empfehlen.

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Kanu-Tour: Gemütliche Paddeltour am Offensee

Der Offensee liegt im Salzkammergut und ist mit einer Fläche von rund 0,5 km2 ein kleiner See. Er liegt idyllisch zwischen den Bergen, hat aber dadurch abends auch schnell die Schatten vor allem östlich. Der See weist eine maximale Länge und Breite von je etwa 900 Meter, eine maximale Tiefe von 38 Metern auf. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur Werte um die 22 °C. Hier ein paar Impressionen


Schwert

Im Schiffbau und der Seefahrt versteht man unter einem Schwert die auf Schwertbooten parallel zur Fahrtrichtung senkrecht durch den Rumpf geschobene Platte aus Stahl, Holz oder GFK zur Verminderung der Abdrift bzw. zur Umsetzung der Abdrift in Vortrieb. Auch ein Katamaran kann mit Schwertern ausgestattet sein, wie beispielsweise der Tornado. Neben dem Haupttypus, den Zentralschwertern, unterscheidet man zwischen den Seitenschwertern (bei Ewern und anderen Küstensegelschiffen seitlich außenbords angebrachten entsprechenden Flächen) und Kimmschwertern (zwei Seitenschwerter innerhalb des Bootsrumpfes); Kielschwerter sollen die Vorzüge des aufholbaren Schwertes und des Ballastkiels miteinander verbinden. Der Tiefgang des Schwertes kann normalerweise stufenlos verstellt werden. Das erleichtert das Manövrieren bei geringer Wassertiefe und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten durch ein Heraufholen des Schwertes bei Vorwindkurs und vorwindnahen Raumschotskursen, da so der Wasserwiderstand verringert wird. Ein verstellbares Schwert ist von einem Schwertkasten umgeben. Ein Schwert als Teil des Lateralplans hat die Funktion, ein seitliches Abdriften zu vermindern. Die geschieht einerseits durch die vorhandene Fläche, andererseits (vor allem bei höheren Geschwindigkeiten) durch den dynamischen Auftrieb der anliegendenlaminaren Strömung. Es bietet – außer beim Ballastschwert – mangels Gewicht keinen wesentlichen statischen Schutz gegen das Kentern wie z. B. ein Flossenkiel. Das Schwert dämpft durch den seitlichen Wasserwiderstand die Seitwärtsbewegungen und stabilisiert die Jolle. Eine Jolle mit vollständig aufgeholtem Schwert büßt erheblich an Stabilität ein.


Schwertkasten Caledonia Yawl

Schwertkasten und Schwert 2

Der Schwertkasten besteht aus 2 Sperrholzseiten und massiven Zwischenstücken aus Sapeli. Aussen sind zur Versteifung an den Ober – und Unterkanten Verstärkungsleisten aus Sapeli angebracht. Die Innenseiten habe ich vor dem Zusammenbau 3-Fach mit Epoxy beschichtet, davon 2 dicke Lagen mit eingemischten Grafitstaub. Das ergibt eine abriebfestere Oberfläche mit guten Gleiteigenschaften.


Bruststöcke und Balkweger anfertigen, anpassen und montieren

Die Bruststöcke fertige ich nach einer Schablone aus Karton. Die Schablone bildet eine Hälfte des Bruststocks (bis zur Mittschiffslinie) ab. Anhand dieser Schablone säge ich die Teile aus, die Verbindung der zwei Teile mittschiffs wird angewinkelt. Damit entsteht eine leichte “Dachform” aus der die Bruststöcke mit einer Wölbung gehobelt werden. Die Mittschiff-Verbindung versteife ich mit jeweils 2 langen Holzdübeln, gedrechselt aus Sapeli Abfällen. Verbunden mit Epoxy – Holzstaub – Microfiber Mischung und genau angepasst an die Planken und an die Steven und dann montiert wieder mit Harz.

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Rumpf umdrehen / auf Kiel legen

Endlich, passendes Wetter und Helfer verfügbar! Der Lack ist inzwischen auch schön durchgehärtet, Auflieger an der Helling montiert, Mallen demontiert bzw. manche bleiben einstweilen noch im Boot, diese habe ich von der Helling gelöst. Hier die Bilder der “Hull turning party”


Überwasserprimer, Decklack, Antifouling, Obere Scheuerleisten

Die gesamte Schleif und Anstreich-Prozedur möchte ich hier nicht näher erläutern. Im großen und ganzen hält man sich an die Vorschriften der Lackhersteller. Ich ziehe den Anstrich mit dem Pinsel vor. Primer habe ich 6 Schichten aufgetragen, Unterwasser und Überwasser mit Abdeckband maskiert, weil hier verschiedene Produkte zum Einsatz kommen. Decklack 3 Schichten. Hier könnte noch eine mehr drauf, entweder zum Schluss oder gegen Ende der ersten Segelsaison

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Untere Scheuerleiste & Unterwasser primer

Ich verwende den Epifanes Underwaterprimer für die Flächen unter der Wasserlinie. Die Wasserlinie habe ich am Vorsteven und Achtersteven laut Plan markiert. Davon bin ich um 25mm höher gegangen, wie von Iain Oughtred empfohlen. Dann habe ich mit einem geliehenen Nivellierlaser die Linie aufs Boot projiziert und mit Abdeckband direkt anhand der Laserlinie die Wasserlinie maskiert. Unter den Plankenüberlappungen entsteht eine spitzwinkelige Stufe. Wenn man horizontal draufsieht, ist die Wasserlinie aber schön gerade. Das blaue Abdeckband drücke ich mit einem Holzspachtel an den Knten sehr fest an, um das Unterlaufen der Ränder zu verhindern.


Teile Vormontiert von Vorne

Vorsteven, Achtersteven, Aussenkiel, Kimmstringer 2

Die Beplankung ist abgeschlossen, jetzt kann ich den Aussenkiel vermessen und aus einem Sapeli-Pfosten hobeln. Vorher muss ich aber die Kiel Landungen an die Kielgangsplanken hobeln. Ziel ist, dass Kiel und Steven flächig und genau horizontal aufliegen. Nachdem das mit mehreren Einpassversuchen und Wasserwaagen-Messungen abgeschlossen ist, geht es ans Kiel bauen. Die Planmaße sind 90x25x4300, ich hoble und verjünge das Brett für die spätere geneuere Anpassung zurecht. Ich habe Vorsteven und Achtersteven gleichzeitig mit ihren inneren Pendants laminiert. Trotzdem sind hier einige Anpassungen nötig, um die Teile passgenau zu bekommen.


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Ruderkopf 5

Zwischen den Planken entsteht ja bedingt durch die Epoxy-Aushärtungszeiten immer tote Zeit. Diese nutze ich teilweise zum chillen, aber manchmal arbeite ich auch an anderen Teilen, wie auch in diesem Falle. Der Ruderkopf besteht aus 3 Schichten. Abstandhalter in der Mitte ist ein Brett mit 30mm stärke, die Seitenbretter sind 20mm stark.


Plankengang 5 und 6

Die nächste Planke.  Die Planken werden mit jedem Gang etwas schmäler. Anfänglich dachte ich, mit den kalkulierten 6 Platten niemals durchzukommen, inzwischen bin ich nicht mehr sicher; Vielleicht reichen die doch? 

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Caledonia Yawl Ansicht von Bug

Plankenpaar Nummer 4 Caledonia Yawl

YEAH ! Ich bin endlich über der Hälfte! auf der ganzen Bootslänge bin ich beim Beplanken über der Wasserlinie, schön langsam sieht das Ding immer mehr wie ein Boot aus. Aber Bei jeder Planke gibt es etwas neues…


Plankenpaar Nummer 3 Caledonia Yawl

The same procedure as every time . Jetzt kommt das dritte Plankenpaar an die Reihe. Wieder muss ich für jede Seite 3 Teile aneinanderschäften um auf die erforderliche Länge von rund 6,5 Meter zu kommen. Beim Schäften versuche ich das Ergebnis immer noch weiter zu perfektionieren. Ich bin draufgekommen, dass sich die Schräge durch das untergelegte doppelseitige Klebeband geringfügig ändert. Deshalb habe ich diesmal einen Streifen 180g/m2 Papier untergelegt, um wieder parallel zu werden.

Plankenpaar 3 Bug

Plankengang 2 fertig

Plankengang Nummer 2 Caledonia Yawl

Plankengang 1 (die Kielgangsplanken) sind montiert, die temporären Schrauben habe ich alle entfernt. Die überstehenden Teile der Planken habe ich gekürzt. Alles ist bereit für das zweite Plankenpaar. Diese ist verblüffend U-Förmig in abgewickeltem Zustand. Mit 2 Längen Sperrholz komme ich für diese Planke nicht mehr aus, es müssen 3 Teile geschäftet werden.


Abmallen, Traversenschablone, Planke vermessen

Abmallen ist das bauen einer Schablone bzw. einer Mallform. Werden Planken abgemallt, erzeugt man sich eine genaue Schablone vom “Loch” das von der Planke zu füllen ist. Dies Form dieses Loches ist meistens sehr komplex, ist allseitung rund in verschiedenen Radien, läuft konkav oder konvex zusammen oder auseinander, eventuell sind auch noch Winkel die sich im Laufe der Beplankung ändern, an den Kanten anzubringen. Eine einfache Methode finde ich ist, zwei Hartholzleisten genau an die Ränder des Loches zu nageln und diese mit vielen diagonal angebrachten Verstrebungen zu verbinden (Heißkleber und Heftklammern fixieren diese). Die Schablone die wie eine wie eine Traverse aussieht, kann anschliessend in einem Stück abgenommen werden und bildet genau die anzufertigende Planke nach. Die Planke kann nach dem Aussägen mit einem Bündigfräser, der an der Traversenschablone läuft, sehr exakt auf die genaue Form gebracht werden. Im Bild sieht man oben die Schablone, aufgelegt auf die Planke.


Kielplanke beim Probeliegen

Kielgangs-Planke anpassen und montieren 2

Die fertigen Planken transportiere ich von meiner Holzwerkstatt durch das Kellerschachtfenster hinaus und in die Garagenwerft. Die Planken passen ja schon sehr gut, im Stevenbereich an Bug und Heck müssen sie aber noch angepasst werden, weil die Straklatten nach der Biegung gerade weiterlaufen. Die Planken sind rund auslaufend gesägt.


Die erste Planke (Kielgang) anfertigen

Jetzt kann es endlich ans Planken gehen  Die Kielplanke der Caledonia Yawl fertige ich in diesem Eigenbau Bericht an. Sie wird aus zwei Hälften “Bruynzeel Suprahecht” Sapeli Sperrholz mit 10mm Stärke geschäftet, verklebt mit Epoxyharz und bündig gefräst anhand der Straklatte der Trossenschablone.

Fertige Kielplanke (rechts)

Bodenwrangen

Bodenwrangen anfertigen, Straklatten schäften

Leider hat mich mein Sperrholzlieferant stäflich vernachlässigt. Aus den 3-5 Wochen Lieferzeit sind inzwischen 7 Wochen geworden. Deshalb komme ich zur Zeit nicht recht voran. Das gibt mir allerdings auch die Gelassenheit, alle Dinge sehr sorgfältig zu überdenken und zu recherchieren. So auch im Falle der Bodenwrangen.